Rede der Kandidatin bei der Nominierung

 

Viele von Ihnen kennen mich. Wenn nicht persönlich, so doch vom Sehen. Als gebürtige Burglengenfelderin, habe meine Mittlere Reife hier in Burglengenfeld gemacht und in Regensburg eine Ausbildung zur Fotolaborantin abgeschlossen. Über den beruflichen Bildungsweg studierte ich später in München an der TU „Lehramt für berufliche Schulen, Fachrichtung Metall mit Zweitfach Chemie“, während mein Sohn im Kindergarten war. Nach dem Studium kamen mein Sohn und ich gleichzeitig in die Schule: Er in die erst Klasse, ich ins Referendariat an die Berufsschule nach Weiden. Ich sage Ihnen: Ich war damals allein erziehend. Das war nicht immer einfach. Da braucht man schon einiges an Organisationstalent.

 

 

Seit dem Unterrichte ich vorrangig die Industriemechaniker an der Kerschensteiner Berufsschule in Regensburg. Ich bin also beruflich in eine Männerdomäne eingedrungen. Aber auch zuhause bin ich von Männern umgeben: Verheiratet bin ich mit Udo (sitzt dort), und ich habe 3 Söhne. Der große ist mittlerweile 21, die kleinen sind 7. Ja sogar der Hund ist ein Rüde! Da ich nach wie vor als Studienrätin tätig bin, gibt es für mich immer noch einiges unter den Hut zu bringen: Die Vor- und Nachbereitung des Unterrichts, was nicht nur Korrigieren beinhaltet, sondern auch eine ganze Menge an Verwaltungsarbeiten. Das denken die meisten Menschen nur nicht, dass man als Lehrerin auch Verwaltungsbeamter ist. Haushalt und Kinder – na ja, wie heißt es so schön: Das bisschen Haushalt…. Ich führe das nicht näher aus, es sitzen hier genug Frauen, die wissen wovon ich rede.

 

 

 

Umgeben von Männern war es für mich umso bereichernder, die Frauenunion als Vorsitzende führen zu dürfen. Ja – auch politisch bin ich kein unbeschriebenes Blatt. Mit Unterstützung dieser Damen war die Burglengenfelder FU in den folgenden Jahren äußerst aktiv. Wir veranstalteten Vorträge, holten Politiker nach Burglengenfeld – Dorothee Bär und Georg Schmid – und vertraten die CSU auf Veranstaltungen auf Kreisebene. Als Vorsitzende der FU Burglengenfeld war ich in der Kreisvorstandschaft der CSU vertreten und gelangte bis in die Bezirksvorstandschaft der FU. Mir ist die Arbeit in Netzwerken und politischen Strukturen nicht unbekannt. Geht es doch darum Ideen zu sammeln, zu diskutieren und mit Mehrheiten umzusetzen.

 

 

 

Mein Amt als Bürgermeisterin sehe ich nicht in erster Line darin, meine eigenen politischen Visionen zu verwirklichen, sondern als Schnittstelle zwischen Bürgern und Stadtverwaltung zu agieren. Ich sehe die Stadträte als Vertreter der Bürger. Sie bringen während einer Sitzung Anträge ein, die aus Gesprächen mit Bürgern entstanden sind. Der Stadtrat berät und die Bürgermeisterin versucht Beschlossenes mit der Stadtverwaltung kostengünstig umzusetzen.

 

 

Ich sage ganz bewusst umsetzen und nicht durchsetzen. Es geht um die Sache und nicht um politische Vorherrschaft.

 

 

Ich sage bewusst kostengünstig. Denn das BFB wählt den Goldenen Schnitt: So viel Sparen wie nötig, aber so viel investieren wie möglich. Es nützt nichts, wenn man das Geld zum Fenster hinaus wirft und sich ein Denkmal nach dem anderen baut. Es nützt aber auch nichts, wenn das Thema Schulden so zentral ist, dass für Investitionen kein Geld mehr bleibt. In beiden Fällen verfällt die Stadt nicht nur in Infrastruktur und Bildung.

 

 

Und glauben Sie mir! Es gibt noch genug zu investieren in der Stadt Burglengenfeld.

 

 

 

Denkt man etwas über die Stadtgrenzen hinaus, muss man sich mit der Entwicklung im Städtedreieck auseinander setzten. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit den Bürgermeisterinnen Steger und Plank. Ich denke, dass auch diesen Damen bewusst ist, dass das Städtedreieck mit seinen mehr als 30 000 Einwohnern, einen Schwerpunkt im Landkreis Schwandorf bildet. Diesbezüglich sollten wir darauf achten, dass keine Zersiedelung stattfindet, sondern sich die neuen Einwohner in der Mitte zentralisieren. Und diese neuen Baugebiete erfordern eine ordentliche Infrastruktur und Erschließung. Ein Zusammenschluss bzw. eine Optimierung der bei Verwaltung und z.B. beim Bauhof, Wasserwerk, Kläranlage ist zum Bürokratieabbau und im Sinne eines Zusammenwachsens wünschenswert.

 

 

 

Selbstverständlich brauchen unsere Bürger auch eine einträgliche Arbeit. Es ist wichtig Gewerbe und Industrie hierher zu bringen. Damit aus Burglengenfeld keine Pendler- und Schlafstadt wird; damit Frauen auch eine Arbeit bekommen, bei der sie mehr als 400€ verdienen können; damit über Gewerbesteuern zusätzlich Geld in die städtische Kasse kommt; damit Kinderbetreuungsstätten ausgebaut und bedarfsgerecht geführt werden können. Auch hier besteht ein Potenzial an Arbeitsplätzen. Und ich als Frau beschränke jetzt absichtlich Kinderbetreuungsarbeitsplätze nicht auf Frauen. So mancher Erzieher im Kindergarten täte den Kleinen wirklich gut.

 

 

 

Aber so lange sog. Frauenarbeitsplätze nicht bezahlt werden wie sog. Männerarbeitsplätze, wird sich kein Mann für eine minder bezahlte Arbeit interessieren.

 

 

 

Und auch hier möchte ich in Burglengenfeld ansetzen:

 

Städtische Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, auch die in den Tochtergesellschaften, sollen nach TVöD bezahlt werden. Und zwar angemessen!

 

 

 

Das Bürgerforum Burglengenfeld ist eine Wählergemeinschaft, die die Interessen der Bürger im Stadtrat jenseits parteipolitischer Ideologie vertreten will. Zusammen mit interessierten Bürgern wollen wir eine echte Demokratie durch Transparenz und Diskussionsbereitschaft. „Wir sind Burglengenfeld, wir tun unserer Heimat gut und wir sind besser für Burglengenfeld“.

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Elizabet Luoma (Mittwoch, 01 Februar 2017 15:25)


    Yes! Finally someone writes about %keyword1%.


Offen und ehrlich - Diskutieren Sie mit ...

...über alles was so auf- und anfällt in der Burglengenfelder Kommunalpolitik.